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SYLTER SCHÜLERINNEN WOLLEN
INDISCHEN KINDERN HELFEN

Sylter Rundschau
9. November 2009 | Von jak 2008

Der Abschied vor der Rückkehr nach Deutschland war das Schwerste. "Die Kinder sind uns so ans Herz gewachsen, das wir sie am liebsten alle mit nach Deutschland genommen hätten", sagt Alina Carstensen (15). Ihre Schwester Naëmi (15) nickt zustimmend. Ein kurzer Fingerzeig auf die Südspitze Indiens, den als Madras bekannten heutigen Bundesstaat Tamil Nadu - und schon sind die beiden Wenningstedterinnen mittendrin in ihren Erinnerungen. Mehrere Wochen lang verbrachten die jungen Mädchen im vergangenen Sommer in jenem Gebiet, das im Jahre 2004 von einem Tsunami heimgesucht wurde. Jetzt rollt Alina gemeinsam mit ihrer Klassenkameradin Tabea Schönamsgruber (15) für ihre fächerübergreifende Abschlussarbeit an der Regionalschule in Niebüll die erlebnisreiche Zeit noch einmal auf.

"Wir durften unser Thema frei wählen", erzählt Alina. "Da war schnell klar, dass wir gerne auf die Situation in Indien aufmerksam machen und die Unterschiede zum Leben hier in Deutschland zeigen wollen." Gesagt, getan. Und so wird in den kommenden Wochen ("Wahrscheinlich bis kurz vor Weihnachten") neben der Arbeit an einem Referat für Alina und Tabea vor allem eines im Vordergrund stehen: Sie wollen Spenden sammeln für die Menschen in jenem Gebiet, das Alina und Naëmi seinerzeit besuchten. "Bisher hatten wir eigentlich nur vor, in Niebüll und auf Sylt herumzulaufen, die Leute auf die Situation aufmerksam zu machen und zum Spenden zu bewegen. Aber vielleicht machen wir das auch einen Tag lang zusätzlich noch in Flensburg...", verraten Alina und Tabea ihre Pläne.

Geld und Hilfe, davon können die Menschen in Indien eigentlich gar nicht genug bekommen. "Die Leute dort leben in den einfachsten Verhältnissen. Viele wohnen nach dem Tsunami noch immer in Übergangswohnungen, es gibt überall große Müllhalden, manche Familien haben noch nicht einmal Töpfe, in denen sie Essen kochen können", erinnert sich Naëmi an die Begebenheiten, die sie und Alina vor einem Jahr selbst miterlebten. Über den deutschen Verein "Tsunami Rehabilitation Work Nagapattinam" kam der Kontakt zum indischen Nonnen-Orden DMI (Society of Daughters of Mary Immaculate and Collaborations) zu Stande, der die Tsunami-Betroffenen betreut.

Ein Projekt, das Alina und Naëmi ohne große Erwartungen ("Wir wollten Neues erleben und die indische Kultur kennen lernen") in ihren Bann zog: "Wir sind mit der Organisation in die Dörfer gefahren, haben mit den Kindern gespielt, ihnen so gut es ging bei den Hausaufgaben geholfen und versucht, ihnen Mut zu machen." Eine prägende Zeit, wie beide betonen: "Es ist schockierend, den Hungertod eines Kindes mitzuerleben. Die Menschen haben ja nur wenige Cent pro Tag zum Leben. Zurück in Deutschland, versucht man dann, weniger verschwenderisch zu leben..."

Spendenkonto: Tsunami Rehabilitation Work Nagapattinam
Kontonummer 2 009 790 300
GLS Gemeinschaftsbank eG
BLZ: 430 609 67

 

Quelle: http://www.shz.de/lokales/
sylter-rundschau/artikeldetails/article/789/sylter-schuelerinnen-wollen-indischen-kindern-helfen.html