cst . Schwester Viji gehört dem katholischen DMI-Orden an. Die Abkürzung steht für "Orden der heiligen Maria" - und zugleich für die größte soziale Organisation in Südindien mit insgesamt 1200 Angehörigen. Jetzt ist Schwester Viji nach Lüneburg gekommen, um von ihrer Arbeit zu erzählen, insbesondere aber, um über die Hilfe ihres Ordens für die Tsunami-Flutopfer zu berichten.
Die verheerende Flutwelle hat am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 auch über ihre Heimat Tod, Elend und Verwüstung gebracht. Viji, ihre elf Mitschwestern und die acht DMI-Ordensbrüder, die in dem Dirf Nagapattinam im Bundesstaat Tamil Nado leben und arbeiten, haben damals selbst hunderte Tote geborgen. Seitdem kümmern Sie sich um die vielen Waisen und Halbwaisen, um deren Verpflegung, Betreuung und schulische Ausbildung. Sie versuchen, den Kindern bei der Bewältigung der traumatischen Erlebnisse zu helfen und nehmen auch viele Witwen unter ihre Fittiche, um deren Überleben zu sichern. Denn Frauen haben in der indischen Gesellschaft so gut wie keine Rechte.
[...] Über die Familie des Reppenstedters [Dr. Ruthard Stachowske] kam der Kontakt zu DMI zustande. Seine Tochter Bente absolvierte nach ihrem Abitur an der Rudolf-Steiner-Schule von Oktober 2001 bis März 2002 ein Praktikum bei dem Orden und lernte dort auch Schwester Viji kennen. Bentes Beispiel eiferte die Lüneburgerin Malin Nagel 2004 nach, auch sie wohnte und arbeitete nach dem Abitur an der Wilhelm-Raabe-Schule für fünf Monate in der Ordensgemeinschaft. "Genau eine Woche vor der Tsunami-i-Katastrophe war mein Praktikum zu Ende und ich bin nach Lüneburg zurückgereist", erzählt sie. Das Mitgefühl der beiden Studentinnen mit den Opfern und ihre Betroffenheit über die Zerstörungen geht besonders tief, weil sie Land und Leute einst kennen und schätzen gelernt haben.
Dr. Stachowske selbst reiste mit seinem Sohn Fritjof und drei weiteren Klassenkameraden seines Sohnes aus der Rudolf-Steiner-Schule im Sommer 2004 nach Südindien, um den Kontakt zu dem DMI-Orden zu vertiefen. Als wenige Monate später der Tsunami über die Region hereinbrach, war es für ihn keine Frage, Hilfen für die Menschen und den DMI-Orden zu organisieren. |